Magenband - FAQ

Häufig werden an die Mitarbeiter der chirurgischen Abteilung und die Leiter der Selbsthilfegruppe Adiospitas-Magenband Fragen zu diesem operativen Verfahren gerichtet, die sich häufig wiederholen. Wir haben daher die häufigsten Fragen zusammengefasst und hierzu ein Interview mit Herrn Dr. med. Hans-Werner Riesterer, Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Viechtach geführt.

Wann ist eine Magenbandoperation sinnvoll?

Eine Magenbandoperation ist dann sinnvoll, wenn ein Übergewicht erreicht ist, das der Patient nicht mehr in der Lage ist, willentlich abzubauen. Sinnvoll und notwendig ist eine gewichtsreduzierende chirurgische Maßnahme auch, wenn der adipöse Patient einen Diabetes mellitus Typ 2 , einen hohen Blutdruck oder nächtliche Aussetzer beim Atmen hat, eine sogenannte Schlafapnoe. Auch nach Herzinfarkten und Schlaganfällen sind solche Maßnahmen für diese Patienten sinnvoll und ermöglichen, am normalen Leben wieder teilzunehmen und nicht nur zuschauen zu müssen, wie andere spazieren gehen oder Fahrrad fahren.

Wie wird diese durchgeführt?

Mit einer Schlüssellloch-Operation wird ein mit Kochsalz auffüllbares Silikonband um den obersten Magenteil geschlungen, welches je nach Bedarf des Patienten enger gestellt werden kann, bis er sein Zielgewicht erreicht hat. Auch nach Erreichen des Normalgewichtes bleibt das Band belassen, wird aber nicht mehr befüllt, sondern verhindert lediglich durch seine vorgegebene Enge ein Überfüllen des Magens.

Wie lange muss man für die Magenband - OP im Krankenhaus bleiben?

Bleiben muss man zwei bis drei Tage, wobei der eigentliche Eingriff circa eine Stunde dauert und der Patient am nächsten Tag im Krankenhaus spazieren und schon zum Kaffeetrinken mit seinem Besuch ins Krankenhaus-Cafe geht.

Wie verhalten bzw. ernähren sich die Patienten nach der Operation?

Sehr wichtig ist der innige Kontakt mit dem Operateur bis zum Erreichen des Zielgewichtes. Zu diesem Zwecke wird das Band alle zwei bis drei Monate mit Kochsalz befüllt je nach Gewichtsabnahme. Dabei wird in einer zweiminütigen Prozedur mit einer Spezialnadel der Verbindungsschlauch zum Magenband in örtlicher Betäubung punktiert und aufgefüllt. Essen kann der Patient alles, aber er muss gut kauen lernen, so dass der Speisebrei das enge Magenband problemlos passiert. Andernfalls kommt es zum Erbrechen. Das jedoch lernen die Patienten recht schnell. Nach circa einem bis zwei Jahren haben 80% der Patienten ihr Endgewicht erreicht.

Wer trägt die anfallenden Kosten?

Die Kosten für ein Magenband belaufen sich alles inklusive auf circa 6.000 Euro. Diese Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen, die gemerkt haben, dass schlanke Patienten weit weniger Geld kosten als adipöse, insbesondere wenn sie ins pflegebedürftige Alter kommen, was bei Adipösen weit früher der Fall ist, als bei Normalgewichtigen. Wenn die Kasse die Bezahlung verweigert, muss der Patient im eigenen Interesse für seine Kosten selbst aufkommen. Er hat aber die Möglichkeit, von der Krankenkasse eine Kostenübernahme zu beantragen, wenn er die notwendigen Kriterien erfüllt. Um die Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragen zu können, muss sich der Patient zunächst beim Adipositas-Chirurgen vorstellen, damit die entsprechenden Kriterien überprüft werden können. Außerdem vermittle ich die Teilnahme an einer Adipositas – Selbsthilfegruppe, die sehr zielführend ist.

Welche Risiken hat eine Magenbandoperation?

Jede Operation hat ihre Risiken in Abhängigkeit von der Schwere des Eingriffs, der Konstitution des Patienten und der Erfahrung des Operateurs. Da alle Patienten stark übergewichtig sind, handelt es sich immer um Hochrisikoeingriffe. Entsprechend werden die Patienten vorbereitet und überwacht. Die Sterblichkeit liegt so nur halb so hoch wie bei einem Blinddarmeingriff, ist also sehr niedrig. Das Magenband selbst kann verschoben, undicht oder vom Körper abgestoßen werden. Dieses kommt aber nur sehr selten, d. h. unter 1% vor. Hier muss das Band korrigiert, gewechselt oder das Verfahren geändert werden. In der Regel ist der Patient schon deutlich schlanker, so dass dann mit wesentlich geringerem Risiko ein Teil des Magens entfernt oder ausgeschaltet werden kann, was dann ebenfalls zur dauerhaften Gewichtsregulierung führen kann.